Barbara Weinzierl
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Naturheilpraxis Dieter Wolf

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Leseprobe
Hermanos vom Wünschen vom Wissen und von der Liebe

"Gute Nacht Kinder, und bleibt nicht so lange auf", blubberte Mutter Schwertfisch. Sie stand im Grotteneingang und war wunderschön anzusehen in ihrem grünschillernden Abendkleid. Sie schwamm auf Eran und Mano, ihre geliebten Söhne zu und umflosste sie. Rechts ein Küsschen und links ein Küsschen für jeden, noch einmal über die Schuppen gestreichelt und noch ein Küsschen.

"Und ich will keine Klagen von den Nachbarn hören, von wegen lauter Musik und so", knurrte Vater Schwertfisch.
"Macht euch nur keine Sorgen um uns", säuselte Eran, der ältere der beiden Brüder.
Mano, der jüngere stimmte mit ein. "Nein, nein, Papa! Die Musik bleibt heute bestimmt aus, heute brauchen wir keine Musik, nicht wahr, Eran."

Eran schenkte Mano einen strengen Blick.

Kaum hatten Mama und Papa Schwertfisch die Grotte verlassen, versetzte Eran seinem Bruder einen heftigen Grätenstoß.
Eran war nicht nur älter, sondern auch wesentlich größer, kräftiger und wagemutiger. Während Mano sich die Seite rieb, blaffte Eran ihn an: "Nein, Papa, wir machen heute bestimmt keine Musik mehr, weil weißt du, Papa, heute abend reißen wir nämlich ein bisschen aus. Aber nur keine Angst, Mama, wir sind gaaaanz bestimmt vor dem Morgengrauen wieder zurück", so äffte er Mano nach. "Ja bist du noch ganz dicht? Wir haben ausgemacht, wir sind wie immer."

"Tschuldigung, war nicht böse gemeint", murmelte Mano, der sich nur sehr schwer gegen seinen Bruder durchsetzen konnte.

Wenn die Eltern Schwertfisch abends ausgingen, wurde normalerweise immer stundenlang verhandelt, wie lange man noch aufbleiben und wie lange die Wassermusik noch dudeln durfte.

Aber heute war ein besonderer Abend. Eran und Mano hatten beschlossen, die heimatliche Grotte an diesem Abend alleine und ohne Aufsicht für ein paar Stunden zu verlassen.

Es war Erans Idee gewesen. Er fand, er hätte sich jetzt lange genug gelangweilt. "Ich muß was erleben und wenn du nicht mitkommst, bist du ein Feigling."

Mano, der für einen Schwertfisch sehr ängstlich und äußerst zögerlich war, hatte arge Bedenken, aber was sollte er tun?
"Und jetzt nichts wie weg hier."

Eran schnappte sich Manos Schwanzflosse und zog ihn ins offene Meer hinaus. Mano wollte sich noch von all seinen Kuschelfröschen, Kuschelmeeresschlangen und Kuschelmuscheln verabschieden, aber Eran drängelte: "Wenn du jetzt nicht voran machst, schwimme ich alleine, klaro?"

"Äh, klar, klaro".

Und die Brüder schwammen los.

Eran hatte seine Flossen - wie er es nannte - auf Turbogang gestellt. Er liebte es, durch das Wasser zu rasen. Mano wäre lieber gemütlich dahingeschwommen, aber er wollte nicht als Weichei gelten. Also hielt er das Tempo tapfer, wenn auch arg prustend mit.

Nachdem sie eine Weile dahingerast waren, kamen sie an ein großes Tor. Der Rahmen des Tores war aus purem Gold. Die Innenfläche war ein großer, blankpolierter Spiegel, der glänzte und glitzerte, dass es in den Augen schmerzte. Über dem Spiegel stand in alten, schnörkeligen Buchstaben das Wort NOSIRAPMOC. Eran und Mano hatten zwar eine gründliche Ausbildung in Fischerlatein erhalten, aber dieses merkwürdige Wort war ihnen noch nie untergekommen.

"Was mag das wohl bedeuten?", fragte Mano.

.......so beginnt die Geschichte der zwei Schwertfische Eran u nd Mano, die zu Menschen wurden und ihren Weg machten